Nov.
2021

2.500 Jahre Würde 
und Selbstachtung im Gespräch

Die Idee menschlicher Würde ist nicht homogen oder aus einem Guss. Die menschliche Würde wird als universale Selbstwerteinschätzung des Humanum mit der individuellen Selbstwerteinschätzung (Stichwort: Ruhm) und der kollektiven Selbstwerteinschätzung (Stichwort: Nation und Volk) konfrontiert. Die Grundidee ist, dass verschiedene Attribute wie etwa „Der menschliche Lebensraum, d.h. die Erde als Mittelpunkt der Welt“ oder die Menschheit als „Krone der Schöpfung“ den hohen Wert des Menschen betonen und damit seine Selbstwerteinschätzung bestätigen.

Demgegenüber steht die menschliche Würde, die erst durch ihre Bedrohungen definiert wird. Erst die Bedrohungen machen aufmerksam, welche humane Lebensbereiche geschützt werden müssen. Bedrohungen wie Terrorismus oder der Klimawandel legen verschiedene schützenswerte Aspekte menschlicher Würde frei, die Bedrohungen konturieren und konstituieren  die menschliche Würde.

Die gesamte Philosophiegeschichte lässt sich zum einen als Aufstiegs- und Verfallsgeschichte der Attribute  der selbstwertdefinierten Würde darstellen, was Friedrich Nietzsche als Aufkommen des Nihilismus bezeichnet hat.

Die Philosophiegeschichte der Neuzeit  lässt sich zum anderen als Siegeszug der bedrohungsdefinierten Würde des Menschen verstehen, der mit der Renaissance und Thomas Hobbes beginnt.  

Ich habe selbst 30 Attribute der selbstwertdefinierten Würde des Menschen und 24 bedrohungsdefinierte Szenarien menschlicher Würde herausgearbeitet.

18
JUN
2019

Es geht und mehr, als um das Grundgesetz

In meiner Untersuchung über die abendländische Geschichte menschlicher Würde komme ich daher nach 13 Bänden zum Gesamtergebnis, dass in der Neuzeit die menschliche Würde immer mehr von ihren Bedrohungen her definiert wird. Die „innere Sicherheit“ ist die Antwort auf die vielfältigen Bedrohungen in der Gesellschaft, von einzelnen Verbrechen bis hin zur organisierten Kriminalität. Die „soziale Gerechtigkeit“ ist die Antwort auf die Bedrohungen durch Armut, Not und Ausbeutung. 
Die „bürgerliche Freiheit“ ist die Antwort auf Übergriffe auf die Freiheit des Bürgers durch den Staat. Die „Bewahrung der Schöpfung“ ist die Antwort auf die Bedrohungen der Umwelt, insbesondere durch den Klimawandel. Da alle Bedrohungen nach wie vor virulent sind, wobei die Klimakatastrophe möglicherweise die Überlebensbedingungen der ganzen Menschheit gefährdet, kann sich keine Partei leisten, nur „schwarz“, „rot“, „gelb“ oder „grün“ zu sein.

Die Pandemie hat neue Konflikte zwischen der verfassungsgebotenen staatlichen Schutzpflicht und den verfassungsgesicherten Freiheits- und Grundrechten heraufbeschworen. 
Der Schutz menschlicher Würde bedeutet notwendigerweise auch Schutz der vitalen Basis menschlicher Würde, des Lebens und der Gesundheit. Daher kann es nur um Abwägung zwischen der Schutzpflicht des Staates und den Freiheitsrechten der Bürger gehen, wonach beide Ziele größtmöglich zu optimieren und in eine praktische Konkordanz zu bringen sind. 
 

18
JUN
2019

Es geht um die Zukunft Europas

Die Würde des Menschen im
abendländischen Denken

Gibt es sie überhaupt außerhalb des Lehrsaals und vielleicht nur noch vor dem Gericht? Andererseits handelt es sich um ein Dauerthema, das in aller Munde ist und das Theologie, Politikwissenschaft und Rechtswissenschaft, selbst Kosmologie, Biologie, Medizin und reale Politik ständig beschäftigt, insbesondere wenn ständig von Werten die Rede ist, aber auf Nachfrage nähere Präzisierungen verschwiegen werden.

Die ersten Bände, die jetzt vorgelegt werden, zeigen zum einen, dass Aufstiegs- und Verfallsgeschichte menschlicher Würde eng miteinander verknüpft sind, dass die Forderung nach Notwendigkeit menschlicher Würde und der Ausweis der Möglichkeit menschlicher Würde alles andere als kongruent sind. In Zeiten von Revolutionen wurde die menschliche Würde immer wieder neu definiert.

Dies zeigt schon die erste Revolution des Kopernikus, wo Descartes, Pascal, Leibniz und Luther ganz unterschiedliche Antworten gefunden haben.  
Band 3 „Der Kosmosschocker“ des Kopernikus ist ausgeliefert, ebenso Thomas Hobbes mit seinen Auffassungen über das Einzelwesen Mensch und die Rolle des Staates, die er sich gewählt hat, um ein Gleicher unter Gleichen sein zu dürfen (Wolf unter Wölfen). 
Der Band „Der Mensch - Ein Abenteuer Gottes“ liegt als großes Thema vor.

Hier sprechen die großen Philosophen der Renaissance. Die deutschen Philosophen, Kant, Marx und Nietzsche haben sich an den drei großen folgenden Revolutionen abgearbeitet:

Kant hat ein Gegenmodell zur französischen Revolution vorgelegt, Marx versuchte ein umfassende Antwort auf die industrielle Revolution zu finden, Nietzsche hat brutale Konsequenzen aus der biologischen Revolution des Charles Darwin gezogen.

Das Thema der Selbstwert und die Würde, sie ziehen sich durch die Jahrhunderte. Rousseau und Locke kommen zu Wort, ebenso werden die neueren Philosophen analysiert. Bereiche der Inhumanität, wie auch die Sozialen und Digitalen Medien erfahren erste philosophische Bewertungen und das Christentum steht heutig auf den Prüfstand.

Die vorgelegten Bände zeigen, dass diese drei Denker zu recht als philosophische Giganten angesehen werden müssen, was aber nicht in Bewunderungshaltung ersticken darf. Mit dem gleichen Scharfsinn müssen die drei Scharfrichter des Denkens auch vor das philosophische Schafott.

Dr. Dr. Johannes Driendl

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Der Projekte Verlag Hahn hat seinen Sitz in Halle. Jedes Jahr bringt er fünf bis acht Titel heraus. Im Verzeichnis lieferbarer Titel finden Sie mehr als 30 neue Titel. Unser wichtigsten Veröffentlichung sind "Das gewöhnliche Bauwerk" und die Geschichte über Würde und Selbstwert der letzten 2.500 Jahre der "Abendländischen Philosophie" in Europa.

 

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